Archiv für 25. July 2008
Colin Moock & ActionScript 3.0 - Mein Kommentar
Letzte Woche veröffentlichte O’Reilly auf seiner InsideRIA-Plattform einen Artikel von Colin Moock, der sich wie ein Lauffeuer verbreitet.
Moock äußert seine Gedanken zu der aktuellen Produktstrategie von Adobe im Bezug auf die Flash-Plattform. Neben der allgemeinen Situation geht Moock auf neun Aspekte von ActionScript 3.0 ein, die er als kritisch empfindet und bietet in Teilen gleich sehr durchdachte Verbesserungsvorschläge an.
Ich kann den Aussagen von Moock in der Regel zustimmen und sie in Teilen sogar erweitern. Nachdem ich in diesem Semester auch an der HAWK in Hildesheim in allen Kursen ActionScript 3.0 gelehrt habe, bekam ich einen zusätzlichen und sehr interessanten Blickwinkel auf die Flash-Plattform durch die Aussagen einiger Studenten.
Man selbst hat über die Jahre gelernt bzw. sich damit abgefunden, wie gewisse Dinge funktionieren. Für absolute Neueinsteiger ist die Messlatte ohne Frage insgesamt höher als früher, wobei ich da nicht ActionScript als Sprache als Probleme sehe, sondern viel mehr die schlechte IDE.
Aus meiner Sicht wurde einfach immer mehr an die IDE rangestrickt. In der nächsten Version wird es Support für „Inverse Kinematics“ geben, was viele Anwender freuen wird, aber ich bin gespannt, ob zum Beispiel Krücken wie der Editor, die Bibliothek oder auch die Verknüpfung mit externen Source-Dateien überarbeitet werden. Natürlich ist mir auch bewusst, dass sich aus Produktsicht solche Verbesserungen schlechter verkaufen lassen, als bessere Grafik- und Animationseffekte, aber im Alltag ist mir eine solide und logische IDE lieber als ein Tagesfeuerwerk. Und nur wenn ein Produkt in der täglichen Nutzung Freude macht, wird man es auf Dauer einsetzen.
Betrachtet man die Lehrpläne von Fachhochschulen und Universitäten, dann wird deutlich, dass man in der Lehre vermehrt auch auf Processing setzt, um vor allem auch Designer an das Thema Programmierung heran zu führen. Die reduzierte IDE, kombiniert mit einer vom Aufbau auf Designer ausgerichteten und dennoch sehr leistungsstarken Programmiersprache, stellt eine interessante Alternative für den Einstieg in die Entwicklung interaktiver Anwendungen dar. Auch Node-Based Development-Tools wie vvvv oder Max/MSP sind aufgrund ihrer visuellen Programmier-Umgebung nicht zu vernachlässigen.
Sicherlich verfolgen Proccesing, vvvv und Max/MSP andere Ziele, aber Adobe sollte nicht vergessen, dass man neben den Software-Architekten aus dem Java-Umfeld auch die kreativen Querdenker, Designer und Künstler bedienen sollte. Das Potenzial dieser Gruppen sollte man nicht außer Acht lassen, denn diese Personen erschaffen kreative interaktive Welten, die auch die Verkaufszahlen für ein Produkt enorm steigern können.
Ich bin jedenfalls gespannt, wie Adobe in Zukunft seine Produkte am Markt platzieren wird und welche Plattformen zum interaktiven Pulsgeber werden.
Und wie immer freue ich mich über Eure Kommentare.
2 Kommentare 25. July 2008